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Wenn ich die meisten Wohnmobilfahrer frage, ob sie lieber einen Anhänger ziehen wollen, oder einen Motorradträger bevorzugen, kommt zu 99% prompt die Antwort: "Auf keinen Fall will ich einen Anhänger ziehen!"

Das hat seine Gründe:

Der große Vorteil der Bewegungsfreiheit des Wohnmobils gegenüber einem Wohnwagen geht damit verloren. In einigen Ländern in Europa geht die Berechnung der Autobahnmaut nach der Anzahl der Achsen. Rückwärtsfahren mit einem Hänger, den man nicht bzw. nur in der Rückfahrkamera sieht, ist eine echte Herausforderung…

Klar dass da jeder reflexartig zum Lastenträger tendiert. Dennoch ist es sehr zu überlegen, wie man seinen geliebten Roller transportiert. Obwohl es kein Wohnmobilfahrer von mir hören will, ist in den meisten Fällen das Fahrzeug mit einem Motorradträger schlicht überladen. Von den zulässigen Achslasten gar nicht zu reden. Immer wieder wird mir dann erklärt, dass der Roller ja eh nur 80 kg wiegt und das ist doch sicher zu tragen. Sollte es sein, nur wenn man wirklich einen Roller mit 80 kg bekommt, kommt immer noch das Gewicht des Motorradträgers dazu. Also noch einmal ca. 40 kg. Der Schwerpunkt des Gewichtes des Rollers liegt weit hinter der Achse, das ergibt eine tolle Hebelwirkung.

Aber alle 'weichen' Argumente bei Seite gestellt, gibt es auch eine Möglichkeit die Belastung der Hinterachse zu berechnen:

Dazu benötigen wir einige Daten:

  1. das tatsächliche Gewicht des Wohnmobils im beladenen, reisefertigen Zustand (inkl. Gepäck, Mitfahrer, Motorradträger...) - kann man bei den vielen Schotterlieferanten, Müllabladestellen … gegen kleines Geld wiegen lassen.
  2. das tatsächliche Gewicht an der Hinterachse (Beladung siehe oben)
  3. das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges (meist 3500 kg)
  4. die zulässige Achslast an der Hinterachse des Fahrzeuges (steht im Typenschein)
  5. den Hebelarm = Abstand zwischen der Aufnahmeschiene des Motorradträgers und der Hinterachse (Radmittelpunkt)
  6. Radstand des Fahrzeuges = Abstand der Radnaben der Vorder- und Hinterräder

Ist das tatsächliche Gesamtgewicht des Womos schon größer als das zulässige Gesamtgewicht, dann braucht man nicht mehr weiter rechnen. Die Überladung ist gefährlich und strafbar. Waagen werden immer öfter an Kontrollpunkten eingebaut. Überladene Fahrzeuge dürfen nicht weiterfahren, die Strafen sind nicht billig.

Wenn wir noch Luft nach oben im Gewicht haben, können wir rechnen:
Beispiel:
zulässiges Gewicht an der Hinterachse lt. Typenschein: 1.950 kg
tatsächliche Hinterachslast gewogen : 1.750 kg
Radstand 3.500 mm
Hebelarm 1.300 mm

F(L) = mögliche Zuladung am Motorradträger

F(HA) = tatsächliche Achslast minus gewogene Achslast (im Beispiel:  1950 - 1750 = 200 kg!)

A = Radstand (im Bsp. 3.500 mm)

B = Hebelarm (im Bsp. 1.300 mm)

F(L) = ( F(HA) * A ) / ( A + B ) = ( 200 * 3500 ) / ( 1300 + 3500 ) = 145,8 kg

Dh. mit den Daten im Beispiel hätten wir eine Zuladungsreserve für Roller + Gewicht des Heckträgers (hier ist man schnell bei 40 kg)  mit max. 145 kg - der Roller dürfte also ca. 105 kg wiegen. Leider sieht das in der Praxis nicht immer so gut aus. In vielen Fällen wird ein Motorradträger einfach nicht in Frage kommen. Der einzige Ausweg ist in diesen Fällen, der gute alte Anhänger.

Berechnung der Zuladung